Albyn
Albyn, Campbeltown (1830 - 1927)
Gegründet von William McKersie, blieb die Brennerei Albyn bis zur Schließung in Familienbesitz. Bekannt ist auch, dass die Familie 1867 die Brennerei Lochruan in Campbeltown übernahm.
Der erste Bericht über die Brennerei stammt von Alfred Barnard aus dem Jahr 1885, leider fällt dieser sehr kurz aus.
Zu der Zeit lag die Brennerei für damalige Verhältnisse eher am Stadtrand von Campbeltown in Millknowe (oder Mill Knowe), etwa eine Meile vom Hafen entfernt. Inhaber war Alexander McKersie, der Sohn von William.
Albyn verfügte 1885 über vier Malzböden und zwei zentrale Öfen zum Trocknen des Malzes, verwendet wurde ausschließlich Torf von den Hebriden. Auch beschreibt Barnard die weitere Technik, darunter eine 14-PS-Dampfmaschine, sechs Washbacks mit einem Fassungsvermögen von je 5.000 Gallonen und insgesamt drei Brennblasen mit einem Volumen von 2.500 Gallonen, 1.650 Gallonen sowie 580 Gallonen. Zur Brennerei gehörten damals auch 5 Lagerhäuser mit Platz für 2.000 Fässer sowie eine eigene Küferei. Albyn hatte 11 Beschäftigte und der Whisky wurde als „Highland Malt“ in Glasgow, Ayrshire und London verkauft. Die Jahresproduktion lag bei 85.000 Gallonen, das sind umgerechnet etwas mehr als 386.000 Liter. Ihr Wasser bezog Albyn aus dem Crosshill Loch.
In diesem Kartenausschnitt sehen wir die Brennerei im Jahr 1865, zwanzig Jahre vor dem Bericht Barnards.
Albyn musste während des ersten Weltkrieges auf Grund der Getreideknappheit die Produktion vorübergehend einstellen, leider kam sie danach nicht mehr richtig in Fahrt. Aber hier gehen die Quellen nun auseinander. Ich finde überall die Angabe, dass die Produktion bereits 1920 eingestellt worden sein soll. Dennoch gibt es es einen Bericht im Werk „The Distilleries of Great Britain and Ireland“ von James Eadie aus dem Jahr 1923, hier findet sich kein Wort der Stilllegung - stattdessen wird eine aktive Brennerei beschrieben.
Im Kern wird die Geschichte aufgenommen, die Barnard schon berichtet hat. Albyn war eine der ältesten Brennereien in Campbeltown und befand sich in einer kleinen Gruppe von alten Gebäuden, allerdings modernisiert und an die industriellen Verhältnisse angepasst. Zudem sind ein neues Lagerhaus mit Platz für weitere 1.500 Fässer sowie weitere Bauten hinzugekommen, alle vier Malzböden sind noch in Betrieb, jedoch stehen 1923 nur noch zwei Pot Stills zur Verfügung, eine wurde in der Zwischenzeit abgebaut (ich vermute die kleinste Still), da am „Spirit receiver“ ein „indicator“ installiert wurde, der die dritte Brennblase überflüssig machte und damit zudem 4 Arbeitsstunden die Woche einsparte.
Ob der Betrieb jetzt 1920 eingestellt wurde oder erst nach 1923, die Firma wurde auf jeden Fall 1927 aufgelöst und 1928 stand das Gelände zum Verkauf. Viel später entstand eine Textilfabrik der Jaeger-Gruppe, heute liegt das Gelände in Teilen brach.Hier sehen wir die Brennerei noch mal im Jahr 1898, offensichtlich nach hinten und nach oben erweitert, quasi um die Gasworks rum.
Albyn lag an der Straße „The Roading“, ungefähr an der Stelle, wo die Glebe Street auf die Roading endet. Vor der Brennerei war jedoch nicht ein anderes Gelände mit einem Gasometer, der Zugang war ein paar Meter östlich dann über die Albyn Road, quasi die Zufahrt zur ganz ursprünglichen Brennerei.
Offiziell ist nichts mehr von Albyn übrig, 2005 sind die letzten Reste zusammen mit der Fabrik abgerissen worden.
Folgende Bilder stammen aus dem Jahr 1923 und finden sich im benannten Werke von James Eadie, sie sind in der British Library dokumentiert.
Zuletzt gibt es noch eine Aufnahme vermutlich aus den 1990er Jahren, es zeigt die mittlerweile abgerissene Textilfabrik, rechts (westlich) die Roading, links (nördlich) die Albyn Road. Genau an dieser Stelle standen vorne die "Gas works", nach hinten rechts zog sich die Brennerei. Die anderen beiden Aufnahmen sind von John R. Hume, 1971 entstanden. Er dokumentierte die "gas works".








